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Geschichte der katholischen Studentenschaft in der Slowakei

Die Anfänge der Entwicklung der slowakischen Studentenbewegung fallen in die Zeit der slowakischen nationalen Wiedergeburt und der Verselbständigung der slowakischen Schriftsprache. Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts organisiert sich die slowakische Studentenschaft in nationaler, politischer und gesellschaftlicher Richtung und bekundet die Notwendigkeit intensiver kultureller Arbeit. Den damaligen Entwicklungsbedingungen der slowakischen Studentenschaft kamen die kirchlichen Seminare zugute, in denen eigentlich die Anfänge des slowakischen Studentenlebens überhaupt lagen. Die Arbeit dieser kirchlichen Intelligenz führte allmählich auch hinaus zum Volk in die Dörfer und half, dessen nicht geringe Probleme zu lösen. Später, zu Beginn des 19. Jahrhunderts und vor allem in den Revolutionsjahren, entstand in der Slowakei unter dem Einfluss der Französischen Revolution eine national bewusstseinsbildende politisch-gesellschaftliche Strömung, die sich vor allem aus Vertretern der Studentenschaft zusammensetzte. Diese Generation, auch die „Štúr-Generation“ genannt, verkündete die Notwendigkeit beharrlicher Kleinarbeit im Volk auf kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Dies hatte ein verstärktes Interesse am Studium an den kirchlichen Seminaren, aber auch an den Universitäten im nahen Wien und in Budapest zur Folge. Für die Bewusstwerdung der Slowaken spielte Wien eine bedeutende Rolle. Hier bildeten sich die Studenten unter der Führung des Protestanten Ľ. Štúr selbst weiter und kehrten anschließend in die Heimat zurück, um das ungebildete Volk zu führen und zu unterrichten.

Auch die sechziger Jahre, in denen das kulturelle Leben in der Slowakei seinen größten Aufschwung erreichte, bieten ein erfreuliches Bild vom Leben der slowakischen Studentenschaft. In dieser Zeit spielte der Bischof von Banská Bystrica, Štefan Moyses, eine bedeutende Rolle; er trug zur geistlichen Erneuerung des katholischen Glaubens unter den slowakischen Studenten bei.

Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich, nach den ausgebliebenen Erfolgen der Revolutionszeit, der Schließung der kulturell-gesellschaftlichen Matica slovenská und der Schließung der slowakischen Gymnasien entstand für die slowakischen Studenten eine neue, erschwerte Lage. Obwohl der österreichisch-ungarische Ausgleich klarere Verhältnisse zwischen Österreichern und Ungarn brachte, litten die slowakische und andere Minderheiten im Königreich Ungarn in kulturpolitischer Hinsicht. Es setzte ein verstärkter Magyarisierungsdruck ein, der auch das studentische Leben hart traf. Kulturpolitisch aktive Studenten wurden verfolgt und gegebenenfalls sogar von den Schulen verwiesen.

In dieser Zeit verlagert sich die slowakische Studentenschaft auch nach Prag, wo sie den Bildungsverein „Detvan“ gründet, der zu Beginn der achtziger Jahre des vorletzten Jahrhunderts entstand. Daheim in der Slowakei formierten sich vor allem die „Morhisten“, die im Geheimen unter dem Volk wirkten.

Während des Ersten Weltkriegs erwachte zusammen mit dem Nationalbewusstsein auch die Studentenbewegung. Die slowakischen Hochschüler hatten an den Universitätsstandorten ihre eigenen Vereinigungen, und an den Mittelschulen wurden geheime Vereine gegründet. Bei den Zusammenkünften dieser Vereinigungen lernte man unter anderem die Rechtschreibung, las slowakische Bücher und trug Gedichte vor. Durch die Veröffentlichung von Artikeln in der Presse wurde der Anstoß zu einem näheren Kennenlernen national gesinnter Studenten und zu systematischer Organisationsarbeit gegeben. Diese Arbeit wurde bereits durch den Umsturz im Oktober unterbrochen. Die Bewegung der slowakischen Studentenschaft erhält dadurch eine neue Form und eine freiere Atmosphäre. Sie geht in die Gemeinden unter das Volk, vor allem in den Osten, wirbt für die tschechoslowakische Staatseinheit und beginnt, ihr Organisationsnetz an den Mittelschulen auszubauen. Zentrum der Studentenbewegung war zu jener Zeit Ružomberok. Die slowakische Studentenschaft bildete ohne Rücksicht auf das religiöse Bekenntnis eine geschlossene Front. Hier ist anzumerken, dass alle führenden Organisatoren später vom Gymnasium in Ružomberok verwiesen wurden.

Am 2. Jänner 1919 fahren Katholiken und Protestanten gemeinsam zum ersten Kongress der tschechischen fortschrittlichen Studenten nach Prag, wo bei einer Teilnahme von 600 tschechischen Mittelschülern 25 Delegierte die Slowaken vertreten. Gegen die Reformforderungen, das Kreuz dürfe nicht in der Schule sein und Religion dürfe nicht verpflichtend unterrichtet werden, erhoben die Slowaken Protest. Sie verlassen Prag unzufrieden. Dies war der erste Anstoß zur späteren Spaltung. Als der Kampf öffentlich wird, beginnt faktisch die Aufteilung der slowakischen Studentenschaft in zwei Richtungen. Die evangelische und fortschrittliche Studentenschaft, geleitet von den Ideen der Hlasisten, sammelt sich um das „Mladé Slovensko“, die katholische Studentenschaft in den Sozialen Vereinigungen der slowakischen Studentenschaft um die „Vatra“ auf slowakisch-slawischer und christlicher Grundlage. Zentralorganisation der ersten Richtung wird der SSš, die katholische Studentenschaft organisiert sich in der Zentrale der slowakischen katholischen Studentenschaft (ÚSKŠ).

Damit setzt in den Reihen der Studentenschaft ein weltanschaulicher Kampf ein, der die Vernachlässigung gemeinsamer Pflichten zur Folge hat. Gelöst wird dies dadurch, dass der SSš zu einer rein ständischen Organisation wird und die ÚSKŠ unter Wahrung ihrer weltanschaulichen Grundlage zu einer weltanschaulichen, kulturell-religiösen Organisation. Dieser Zustand besteht im Wesentlichen bis heute.

Der erste großartige und eigenständige Auftritt der slowakischen katholischen Studentenschaft fand am 3. August 1919 in Ružomberok statt. Die 700 anwesenden Studenten zeigten, dass der Katholizismus ein teurer Schatz der slowakischen katholischen Studenten ist und bleiben wird. Der vom Kongress gewählte Organisationsausschuss nimmt seine Tätigkeit auf: Er errichtete eine eigenständige Zentrale mit Sitz in Ružomberok, gibt ein Legitimations- und Informationsbüchlein heraus und organisiert Arbeitstagungen. Die Verwirklichung der Vorhaben wurde dadurch vereitelt, dass das Ministerium für Schulwesen und Volksbildung die Organisierung von Mittelschülern verbot. Freude weckt die Tatsache, dass sich zunehmend Hochschüler zu engagieren beginnen, die gerade in dieser Zeit die Organisation der Studentenschaft selbst übernehmen.

Im Jahr 1920 wird der erste slowakische und katholische akademische Verein „Tatran“ gegründet. Bald darauf entstehen die weiteren Vereine „Považan“ und „Moyzes“. Die Kontakte untereinander sind herzlich, doch macht sich das starke Bedürfnis nach einem Zentrum bemerkbar, das Richtlinien vorgibt und die Bewegung in einen einheitlichen Strom lenkt. Auf dem 3. Kongress in Žilina im Jahr 1921 wurde Brünn als Sitz der Zentrale bestimmt. Ein Jahr später wurde der Sitz nach Bratislava verlegt. Es entstanden neue Bedürfnisse – der Organisation eine feste und klar formulierte weltanschauliche Ausrichtung zu geben, das Verhältnis zu anderen Organisationen zu klären – sowie der Bedarf an einer Zeitschrift. Die Generalversammlung des Jahres 1923 nahm weltanschauliche Resolutionen an und beschloss die Herausgabe eines eigenen Organs, des „Rozvoj“. Die Zentrale veranstaltet Vorträge und knüpft erstmals Kontakte zu ausländischen Studentenorganisationen. Die Tätigkeit der Bewegung verlief vor allem in drei Richtungen: Vertiefung der inneren, weltanschaulichen Seite, Festigung der Auslandskontakte und Verbesserung der Finanzen. Für die Beziehungen zum Ausland war der Kongress der „Pax Romana“ /1926/ in Budapest von großer Bedeutung, auf dem unsere Bewegung als eigenständige, unabhängige Organisation in den Verband dieser internationalen katholischen Studentenorganisation aufgenommen wurde. Damit wurde uns die Möglichkeit gegeben, regere Kontakte mit dem Ausland zu knüpfen und so wenigstens teilweise dazu beizutragen, den slowakischen Namen im Ausland bekannter zu machen.

Das Presseorgan „Rozvoj“ hatte 2500 Abonnenten und war die meistverbreitete Studentenzeitschrift in der Slowakei. Es trug in nicht geringem Maße zur Verbreitung der Ideen der Zentrale bei, und die Zahl der Abonnenten bezeugte, dass die Bestrebungen der ÚSKŠ bei der Studentenschaft auf Verständnis stießen.

Bis zum Jahr 1926 vereinte die ÚSKŠ 11 Vereine, die insgesamt 650 Mitglieder zählten (436 aktive, 133 Gründungs-, 53 unterstützende und 28 Ehrenmitglieder). Die Mitglieder der Vereine wirkten unter anderem in den Ortsgruppen des Orol und in einigen anderen Vereinen, in denen sie sich in literarischen, musikalischen, apologetischen und dramatischen Sektionen weiterbildeten.

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